DeFi und Steuern in Deutschland: So navigieren Sie durch die steuerlichen Herausforderungen

Januar 23, 2024
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Das wachsende Feld der dezentralisierten Finanzen (DeFi) umfasst eine Vielzahl von Aktivitäten wie Staking, Liquidity Pools, Lending, aber aber auch beispielsweise Hebel-Trading auf einer dezentralen Exchange (DEX). Hier ist ein kleiner Überblickspezifischer Guide für deutsche Anleger, um ihre DeFi-Aktivitäten korrekt zu dokumentieren und einige steuerliche Fallstricke zu vermeiden.

1. Die Einjahresfrist verstehen

In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei. Dies gilt auch für Gewinne aus DeFi-Aktivitäten. Daher ist es entscheidend, den Kauf- und Verkaufszeitpunkt jeder einzelnen Kryptowährungsposition genau zu dokumentieren. Für die Gewinne die aus Defi erzielt werden gilt, dass diese zwischen Erhalt und Verkauf ebenfalls ein Jahr gehalten werden müssen um steuerfrei verkauft werden zu können.

2. Dokumentation Ihrer Transaktionen

Die akkurate Aufzeichnung aller DeFi-Transaktionen ist für die steuerliche Erfassung unerlässlich. Nutzen Sie Tools wie CoinTracking, um Transaktionen in MetaMask oder anderen Wallets zu verfolgen. Achten Sie darauf, Kauf- und Verkaufsdatum, die gehandelte Menge, den Wert zum Zeitpunkt der Transaktion und die beteiligten Wallet-Adressen zu erfassen. Beim verwenden von Tools sollten die hinterlegten Preise für die Defi Einnahmen immer geprüft werden.

3. Steuerliche Behandlung von Hebel Trading

Beim Hebel Trading in DeFi wird es komplizierter. Gewinne aus solchen Geschäften können unter die Kategorie der Kapitaleinkünfte fallen, die mit einer Kapitalertragsteuer von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Haltedauer unter einem Jahr liegt.

4. Berücksichtigung des persönlichen Einkommensteuersatzes

Falls Ihre Gewinne aus DeFi-Aktivitäten werden in den meisten Fällennicht unter die Kapitalertragssteuer fallen, könnten sie Ihrem  dem persönlichen Einkommensteuersatz unterliegen. Dies ist relevant, wenn Ihre DeFi-Aktivitäten als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden. Der persönliche Steuersatz kann bis zu 45% betragen und beinhaltet neben der Einkommensteuer auch noch in manchen Fällen den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer.

5. Umgang mit Verlusten

Verluste können in beschränktemgewissem Rahmen steuerlich geltend gemacht werden, jedoch ist die Verlustverrechnung im Bereich der Kryptowährungen und DeFi in Deutschland begrenzt. Es ist wichtig, auch Verluste genau zu dokumentieren, um sie gegebenenfalls mit Gewinnen verrechnen zu können. Die Gewinne aus der Defi Aktivität unterliegt einer anderen Einkommensgruppe als z.B. das Trading, daher können diese nicht miteinander verrechnet werden.

6. Aufbewahrung und Organisation der Unterlagen

Bewahren Sie alle Belege und Dokumentationen für mindestens zehn Jahre auf. Dies schließt Transaktionsnachweise, Wallet-Adressen und Screenshots von DeFi-Plattformen ein.

3 weitere beliebte Aktivitäten im Defi:

1. Staking

Staking-Erträge werden in Deutschland als sonstige Einkünfte aus Leistungen betrachtet und dementsprechend besteuert. Dies bedeutet, dass die Erträge aus dem Staking der Kryptowährungen mit dem persönlichen Steuersatz unterliegen. Es ist wichtig, den Zeitpunkt und den Wert der erhaltenen Staking-Belohnungen genau zu dokumentieren. Wer eine eigene Stakingnode betreibt kann sogar gewerblich sein.

2. Liquidity Pools

Gewinne aus der Teilnahme an Liquidity Pools werden ebenfalls als sonstige Einkünfte aus Leistungen angesehen. Die steuerliche Behandlung ist ähnlich wie beim Staking, wobei hier zusätzlich die Frage der Veräußerungsgewinne eine Rolle spielt, ist das einzahlen in einen Liquidity Pool bereits ein steuerpflichtiger Tausch gegen einen LP Token? Hier gibt es verschiedene Meinungen. Sehr neu ist ebenfalls die Auffassung, dass eine Einzahlung in einen LP ein Darlehen darstellt und es sich damit um Kapitalerträge handelt. .

3. Lending

Beim Lending, also dem Verleihen von Kryptowährungen, gibt es sogar eine offizielle Aussage des Bundesministerium für Finanzen. In ihrem Schreiben vom 10.05.2022 wird in Randziffer 65 dazu eine Aussage getroffen. Es müssen die Zinserträge ebenfalls als Einkommen aus sonstige Einkünfte aus Leistungen versteuert werden. Dokumentieren Sie sorgfältig die erhaltenen Zinsen und berücksichtigen Sie diese in Ihrer Steuererklärung. 

Aufgrund der Komplexität und der Neuartigkeit von DeFi ist es ratsam, sich von einem auf Kryptowährungen spezialisierten Steuerberater beraten zu lassen. Dies ist besonders wichtig, da die steuerliche Behandlung von DeFi in Deutschland noch relativ neu ist und sich ständig weiterentwickelt.

Fazit

DeFi bietet innovative Möglichkeiten für Anleger, bringt aber auch komplexe steuerliche Herausforderungen mit sich. Eine sorgfältige Planung und Dokumentation Ihrer DeFi-Aktivitäten ist unerlässlich, um steuerkonform zu bleiben. Bleiben Sie informiert und suchen Sie bei Bedarf professionelle Unterstützung, um Ihre Steuerpflichten in Deutschland optimal zu erfüllen.

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