15. Januar 2024Comments are off for this post.

Steuerliche Behandlung von Airdrops: Was Sie bei einem Erhalt von 10.000 € beachten sollten

Steuerliche Behandlung von Airdrops: Was Sie bei einem Erhalt von 10.000 € beachten sollten

Das dezentrale Finanzwesen (DeFi) hat zum Ende des letzten Jahres ein beispielloses Wachstum erlebt, sowohl in Bezug auf die Nutzerzahlen als auch auf den Total Value Locked (TVL). Ein interessantes Phänomen in diesem Bereich sind Airdrops, wie sie von Protokollen wie Arbitrum, Celestia oder Jito durchgeführt wurden. Mit der Ankündigung weiterer Airdrops für dieses Jahr stellt sich für viele die Frage: Wie geht man steuerlich mit einem Airdrop um, insbesondere wenn dieser einen Wert von beispielsweise 10.000 € hat?

1. Was ist ein Airdrop? Ein Airdrop ist eine Verteilung von Kryptowährungen oder Tokens an eine Vielzahl von Wallet-Adressen, oft als Teil einer Marketingstrategie oder zur Belohnung treuer Nutzer eines Protokolls. Diese Airdrops können einen erheblichen Wert haben, was steuerliche Überlegungen nach sich zieht.

2. Steuerliche Einordnung von Airdrops In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, können Airdrops steuerlich unter bestimmten Voraussetzungen als Einkommen betrachtet werden. Das bedeutet, dass der Wert des Airdrops zum Zeitpunkt des Erhalts als Einkommen versteuert werden muss. Wenn Sie also einen Airdrop im Wert von 10.000 € erhalten, wird dieser Betrag in Ihrer Steuererklärung als Einkommen aufgeführt und sie müssen bereits für den Erhalt des Airdrops Steuern bezahlen.

3. Bewertung des Airdrops Die Bewertung des Airdrops erfolgt zum Marktwert zum Zeitpunkt des Erhalts. Es ist wichtig, den genauen Zeitpunkt des Airdrops und den entsprechenden Marktwert zu dokumentieren, um eventuelle Rückfragen des Finanzamtes beantworten zu können.

4. Steuerliche Betrachtung: Ob ein Airdrop steuerlich als Einkommen gilt, das hängt von verschiedenen Faktoren ab und wurde vom Bundesministerium der Finanzen in einem Schreiben vom 10.05.2023 geregelt. Hierzu muss betrachtet werden, ob es für den Erhalt des Airdrops eine Gegenleistung gegeben hat. Nachdem man für die meisten Protokolle nur einen Airdrop bekommen hat, wenn man diese genutzt hat, ist diese Frage sehr schwer zu beurteilen. Liegt bei der Nutzung eines Protokolls bereits eine Gegenleistung vor. Gerade wenn bei der Nutzung des Protokolls bereits klar war, dass es hierfür einen Airdrop geben wird, ist davon auszugehen, dass dies als Gegenleistung anzusehen ist. Ist bei Nutzung des Protokolls noch nicht klar, dass es hierfür eine Airdrop geben wird, dann kann man davon ausgehen, dass es nicht als Gegenleistung anzusehen ist und daher auch nicht zu einer Steuerpflicht führt. Wenn man zum Ergebnis gekommen ist, es lag ein Leistungsaustausch vor, muss man danach prüfen, ob es eine Zufallskomponente gab. Diese Frage ist ebenfalls nicht leicht zu beantworten, da hier nicht klar definiert wird, ob die Frage der Höhe des Airdrops bereits ausreicht als Zufall oder ob es hier wirklich darum geht, dass die komplette Zuteilung per Zufall gemacht wird. Je nachdem wie man die hier erklärten Fragen beantwortet, ist der Airdrop bei Zufluss entweder komplett steuerfrei oder mit dem Marktwert zu versteuern.

4. Verkauf und weitere Steuern Wenn Sie sich entscheiden, die im Rahmen eines Airdrops erhaltenen Tokens zu verkaufen, könnten weitere Steuern anfallen. Der Verkauf wird dann als privates Veräußerungsgeschäft betrachtet, es gilt die Jahresfrist. Die Differenz zwischen dem Wert zum Zeitpunkt des Erhalts und dem Verkaufspreis wird als Gewinn oder Verlust betrachtet und entsprechend besteuert. Wenn man den Airdrop steuerfrei erhalten hat, muss bei Verkauf der gesamte Betrag als Gewinn versteuert werden.

5. Wichtige Überlegungen

  • Dokumentation: Halten Sie alle relevanten Informationen zum Airdrop fest, einschließlich Datum, Anzahl der erhaltenen Tokens und deren Marktwert.
  • Steuerliche Beratung: Aufgrund der Komplexität der Materie ist es ratsam, sich steuerlich beraten zu lassen, besonders bei hohen Beträgen.
  • Vorsicht bei hohen Beträgen: Bei Airdrops von signifikantem Wert sollten Sie besonders vorsichtig sein und alle steuerlichen Verpflichtungen genau prüfen.

Fazit 

Airdrops können eine angenehme Überraschung für DeFi-Nutzer sein, bringen aber auch steuerliche Verpflichtungen mit sich. Eine sorgfältige Dokumentation und das Bewusstsein für die steuerlichen Konsequenzen sind unerlässlich, um unerwartete Steuerbelastungen zu vermeiden. Bleiben Sie informiert und ziehen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe hinzu, um Ihre steuerlichen Pflichten korrekt zu erfüllen.

30. November 2023Comments are off for this post.

CARF und Krypto-Transaktionen: Welche unmittelbaren Auswirkungen hat das auf Ihre Steuererklärung?

Mit der Einführung des Crypto Asset Reporting Frameworks (CARF) hat sich der Bereich der Kryptowährungen grundlegend verändert. Was genau bedeutet diese Neuerung aber für Sie als Anleger? In diesem Artikel möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, wie diese Änderungen Ihre Investitionen in Kryptowährungen beeinflussen könnten.

1. Was ist CARF?

CARF ist ein neues Regelwerk, das besagt, dass Finanzinstitute und Krypto-Dienstleister nun detaillierte Informationen über die Krypto-Transaktionen und -Bestände ihrer Kunden an nationale Steuerbehörden melden müssen. Dies umfasst auch Informationen über Personen, die in anderen Ländern steuerlich ansässig sind.

2. Der automatische Informationsaustausch

Durch CARF wird der automatische Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden verschiedener Länder intensiviert. Das bedeutet, dass es deutlich schwieriger wird, Vermögenswerte in Kryptowährungen über Ländergrenzen hinweg zu verbergen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, Geldwäsche, Schwarzarbeit, Terrorfinanzierung und Steuerhinterziehung effektiver zu bekämpfen.

3. Auswirkungen auf Steuerpflichtige

Für Personen, die Kryptowährungen in der Vergangenheit als Mittel zur Umgehung von Steuerpflichten genutzt haben, könnte dies ernsthafte Konsequenzen haben. Sie können nun leichter zur Rechenschaft gezogen werden, da das Finanzamt Zugriff auf umfassendere Daten hat.

4. Was bedeutet das für Krypto-Investoren?

Als Investor in Kryptowährungen müssen Sie Ihre steuerlichen Pflichten nun genauer beachten. Das Finanzamt wird aufgrund der erhöhten Datenverfügbarkeit Steuererklärungen eingehender prüfen und es ist mit mehr Rückfragen zu rechnen. Dies gilt auch für Personen, bei denen die Transaktionen aufgrund der einjährigen Haltedauer steuerfrei sind.

5. Der Bedarf an genauer Dokumentation

Es wird zunehmend wichtiger, alle Ihre Krypto-Transaktionen sorgfältig zu dokumentieren. Selbst wenn Sie der Meinung sind, dass Ihre Transaktionen steuerfrei sind, kann eine genaue Aufzeichnung dazu beitragen, etwaige Rückfragen des Finanzamts schnell und effizient zu beantworten.

Fazit

Die Einführung des CARF stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung größerer Transparenz und Regulierung im Bereich der Kryptowährungen dar. Es ist entscheidend, dass Sie als Anleger über diese Änderungen informiert sind und Ihre Investitionen entsprechend anpassen. Bleiben Sie auf dem Laufenden und stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Informationen bereithalten, um eventuellen Anfragen der Steuerbehörden proaktiv begegnen zu können.

28. November 2023Comments are off for this post.

Neue Entwicklungen im Bereich der Kryptowährungstransparenz: CARF und was man dazu wissen sollte

Es gibt eine wichtige Entwicklung im Bereich der Kryptowährungen, die möglicherweise nicht jedem bekannt ist. Erst kürzlich hat sich auf internationaler Ebene etwas Entscheidendes getan, das die Art und Weise, wie mit Kryptowährungen umgegangen wird, nachhaltig beeinflussen könnte.

Aktualisierung des Common Reporting Standards durch die OECD

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat im Auftrag der G20 den Common Reporting Standard (CRS) aktualisiert. Dieser Standard, der seit 2017 besteht, ist ein wesentliches Instrument für den globalen Finanzinformationsaustausch. Er ermöglicht es, Informationen über Finanzkunden weltweit zu teilen. Diese Entwicklung hat bedeutende Implikationen für den Umgang mit Kryptowährungen.

Einführung des Crypto Asset Reporting Framework (CARF)

Hier tritt das Crypto Asset Reporting Framework, kurz CARF, auf den Plan. Diese neue Regelung legt fest, welche Informationen Dienstleister im Bereich der Kryptowährungen an die Steuerbehörden weitergeben müssen. Das Hauptziel des CARF ist es, Transparenz im Steuerbereich zu schaffen und dadurch Steuerhinterziehung effektiv zu bekämpfen sowie das Steueraufkommen zu sichern.

Was bedeutet das für Ihre Kryptowährungen?

Für Sie als Anleger bedeutet dies, dass Ihre Krypto-Transaktionen in naher Zukunft wahrscheinlich weniger verborgen bleiben, als Sie vielleicht denken. Die neuen Vorschriften verpflichten Finanzinstitute und Krypto-Dienstleister wie z.B. Krypto Exchanges, detaillierte Informationen über Transaktionen und Konten an die Steuerbehörden zu melden. Deutschland hat sich bereits verpflichtet, diese Änderungen bis 2027 umzusetzen.

Schlussfolgerungen für Krypto-Investoren

Diese Entwicklungen sind ein deutliches Signal dafür, dass die Anonymität von Kryptowährungen zunehmend durchbrochen wird. Als Anleger in diesem Bereich ist es wichtiger denn je, informiert zu bleiben und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Kryptowährungen auf Börsen oft nicht so anonym sind, wie sie scheinen. Diese Transparenz mag für einige beunruhigend sein, aber sie ist ein wesentlicher Schritt, um die Integrität des Finanzsystems zu wahren und illegale Aktivitäten zu bekämpfen.

17. November 2023Comments are off for this post.

Steuertipp für Krypto-Investoren: Verluste clever realisieren!

Heute zeigen wir Ihnen einen cleveren Ansatz, der besonders nützlich sein kann, wenn Sie im Rahmen des Dollar-Cost-Averaging-Prinzips in einen Coin investiert haben, der im Wert gefallen ist. Im folgenden Blogartikel erfahren Sie, wie Sie dieses Jahr noch Ihre Steuern optimieren können.

Der Einsatz von FIFO und Depotrennung

Ein Schlüsselkonzept in unserer Strategie ist die Kombination aus dem FIFO-Prinzip (First-In-First-Out) und der Depotrennung. FIFO bedeutet, dass immer die zuerst gekauften Coins als erstes verkauft oder bewegt werden. Dies ist ein wichtiger Punkt, den es später zu beachten gilt.

Optimierung Ihrer Steuerstrategie

Grundsätzlich sind alle Kryptowährungsgewinne nach einem Jahr steuerfrei. Da Sie in diesem Beispiel jedoch Verluste erlitten haben, ist es zielführend, die Coins, die weniger als ein Jahr gehalten wurden und somit im Verlust sind, zu verkaufen. Auf diese Weise können Sie diese Verluste steuerlich geltend machen.

Praktische Umsetzung

In Ihrem Depot werden jedoch zuerst die ältesten Coins verkauft, die bereits steuerfrei sind. Um dies zu umgehen, müssen Sie diese älteren Coins zuerst auf ein separates Depot oder eine andere Adresse verschieben. Fassen Sie also die Coins der ersten sechs Monate zusammen und transferieren Sie sie. Anschließend verkaufen Sie die Coins, die sich im Verlust befinden und noch keine einjährige Haltedauer erreicht haben.

Durch diese Vorgehensweise können Sie die steuerlichen Verluste aus Ihrem Dollar-Cost-Averaging-Ansatz bestmöglich realisieren. Sollte der Coin hingegen im Gewinnbereich sein, ist die Strategie genau umgekehrt: Hier verkaufen Sie bevorzugt die Coins, die älter als ein Jahr sind und somit steuerfrei sind, ohne vorher andere Coins verschieben zu müssen.

Fazit

Dieser Ansatz kann Ihnen helfen, Ihre steuerliche Situation zu verbessern, insbesondere wenn Sie Verluste im Krypto-Bereich zu verzeichnen haben. Es ist wichtig, sich stets über die aktuelle Gesetzeslage und steuerliche Bestimmungen zu informieren oder einen Fachberater zu konsultieren, um sicherzustellen, dass alle Aktivitäten legal und im Einklang mit den lokalen Steuergesetzen stehen.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder benötigen Sie weitere Tipps? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Wir von Pekuna sind hier, um Ihnen bei Ihren steuerlichen Anliegen im Bereich der Kryptowährungen zu helfen.

9. November 2023Comments are off for this post.

Steueroptimiertes Staking: Ein Blick auf das neue Ethereum ETP

Finanzinnovationen schlagen Brücken zwischen traditionellen Finanzprodukten und den neuesten Entwicklungen der Blockchain-Technologie. Heute wollen wir ein solches Produkt beleuchten, das zwar nicht typisch für unsere üblichen Inhalte bei Pekuna ist, jedoch durch seine steuerliche Raffinesse Aufmerksamkeit verdient.

Das besagte Produkt ist ein Ethereum Staking ETP, gelistet an der Wertpapierbörse Xetra unter ISIN GB00BRBMZ190. Kreiert wurde es vom Schweizer Anbieter Valor, mit dem Ziel einer steuerlichen und Ertrags- Optimierung. Was dieses ETP auszeichnet, ist seine Konzeption als steueroptimiertes Ethereum Staking-Produkt.

Die Rechtsprechung, auf die sich die steuerliche Behandlung von ETPs stützt, entspringt jedoch nicht dem Krypto-Sektor, sondern ist in der Behandlung von Goldzertifikaten verwurzelt. Gerichte mussten sich bereits intensiv mit der Frage beschäftigen, ob und wann Gold in einem Zertifikat als Kapitalanlage oder privates Veräußerungsgeschäft zu betrachten ist. Dabei ist eine zentrale Unterscheidung der Herausgabeanspruch: Kann ich verlangen, dass mir echtes Gold ausgehändigt wird, fällt das Produkt unter das private Veräußerungsgeschäft.

Steuerlich gibt es hierbei erhebliche Unterschiede. Einerseits gibt es bei Kapitalerträgen einen festen Steuersatz von 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag, im anderen Fall als Privates Veräußerungsgeschäft kann ein Produkt nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei sein, falls es zuvor nicht verkauft wurde. Diese steuerliche Differenzierung macht das Ethereum Staking ETP von Valor besonders interessant, da es darauf ausgerichtet ist, den privaten Veräußerungsgeschäften zugeordnet zu werden. Anleger werden damit incentiviert, das ETP länger als ein Jahr zu halten, um von einer steuerfreien Gewinnrealisierung zu profitieren.

Diese Steueroptimierung basiert auf einer Rechtsprechungvon Goldzertifikaten und ist insbesondere für Anleger attraktiv, die an langfristigen Kursgewinnen und gleichzeitig Stakingerträgen ohne großen Aufwand interessiert sind.

Valor, bekannt für seine Kryptowährungs-ETPs, erweitert nun sein Portfolio um dieses innovative Staking-Produkt. Es istauf dem Spotmarkt verfügbar und bietet auch institutionellen und weniger technikaffinen privaten Anlegern die Möglichkeit, über Wertpapier Börsen in Krypto-Assets zu investieren. Ein Alleinstellungsmerkmal des Produkts sind die Staking Rewards, die thesaurierend auf die Anteile angerechnet werden, was es besonders reizvoll macht.

Zudem könnte dieses an der Xetra gelistete Produkt bald über Endkunden-Apps zugänglich sein, die für den Kauf von Aktien oder Forex genutzt werden. Ein zentraler Aspekt, der uns besonders beeindruckt hat, ist die Einbeziehung der steuerlichen Optimierung direkt in das Konzept des Produktes. Tatsächlich kann der physische Herausgabeanspruch, nach einem Jahr Haltedauer, deutschen Investoren einen Steuervorteil einräumen.

Dies bestätigt, dass die hundertprozentige Deckung und der Herausgabeanspruch beides essenziell ist, um das ETP im Rahmen der privaten Veräußerungsgeschäfte und nicht als Kapitalertrag zu klassifizieren. Nutzer dieses ETPs werden steuerlich mit jenen gleichgestellt, die echtes Ethereum halten und es beispielsweise für Liquid Staking verwenden.

Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich solche steuerlich optimierten Krypto-Finanzprodukte weiterentwickeln und welchen Einfluss sie auf die Anlagestrategien von Krypto-Investoren haben werden.

2. November 2023Comments are off for this post.

Termingeschäfte im Krypto-Bereich: Die steuerliche Fallstricke

Heute widmen wir uns einem aktuellen und spannenden Thema im Bereich der Kryptowährungen: den Termingeschäften. Aufgrund des hohen steuerlichen Risikos, das mit diesen Geschäften verbunden ist, ist es unabdingbar, sich im Voraus gut zu informieren.

1. Was sind Termingeschäfte?

Termingeschäfte sind spekulative Geschäfte, bei denen der Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten zu einem zukünftigen Zeitpunkt und zu einem im Voraus festgelegten Preis erfolgt. Im Kryptobereich gehören dazu unter anderemFutures und Margin Trading, sowie auch zahlreiche andere Produkte. Hierbei handelt es sich allgemein um alle Geschäfte, die nicht dem sogenannten Spot Trading zuzuordnen sind, also nicht sofort abgewickelt werden.

2. Steuerliche Einordnung von Termingeschäften

Im Gegensatz zu privaten Veräußerungsgeschäften, bei denen eine einjährige Haltedauer steuerliche Vorteile bringt, fallen Gewinne aus Termingeschäften unter die Kategorie der Kapitaleinkünfte. Das bedeutet, dass sie grundsätzlich steuerpflichtig sind, unabhängig von der Haltedauer. Zwar gibt es einen Freibetrag von 801 Euro (bzw. 1.602 Euro für Verheiratete), jedoch fallen darüber hinaus 25 Prozent Abgeltungssteuer an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.

3. Die komplexe Steuerberechnung beim Margin Trading

Margin Trading ist eine Form des Hebelhandels, bei der man Geld leiht, um größere Positionen zu eröffnen. Hierbei können sich die steuerlichen Aspekte schnell vermischen und zu komplexen Situationen führen. Zum Beispiel wird beim Kauf einer Position in der Regel Ethereum verwendet, was bereits Kursgewinne verursachen kann und damit neben dem Termingeschäft auch noch ein privates Veräußerungsgeschäft darstellt. Bei einer Liquidierung müssen dann auch die stillen Reserven im hinterlegten Collateral als privates Veräußerungsgeschäft versteuert werden. Für die Berechnung der Gewinne aus den Termingeschäften die unter die Kapitalertragssteuer fällt ist es dann nötig die Kosten der Eröffnung, die sogenannten Overnight-fees und ähnliche Gebühren vom Erlös abzuziehen.

4. Die Verlustverrechnungsfalle

Seit 2021 gibt es eine Beschränkung des Verlustabzugs bei Termingeschäften auf 20.000 Euro pro Jahr. Dies bedeutet, dass Gewinne und Verluste von einzelnen Positionen bei Termingeschäften nicht mehr vollständig miteinander verrechnet werden können. In der Praxis kann dies dazu führen, dass man am Ende des Jahres auf hohe Gewinne Steuern zahlen muss, obwohl man insgesamt einen Verlust erlitten hat. Aktuell gibt es viele anhängige Verfahren, die sich gegen diese Regelung richten, die meisten davon im Aktienbereich, jedoch ist bisher noch kein abschließendes Urteil gefällt worden.

Beispielrechnung: Im Jahr 2023 wird mit 10k Euro Margin Trading durchgeführt. Es kommt noch vor Jahresende zu einem Totalverlust. Die Gewinne belaufen sich auf 100k, die Verluste auf 110k€. Steuerlich gerechnet ergibt dies am Jahresende einen Gewinn von 100k - 20k = 80k wodurch es zu einer steuerlichen Belastung von 20k€ kommt. Nicht nur hat dieser Investor sein gesamtes Vermögen, dass er in diesem Bereich eingesetzt hat verloren, zudem muss er jetzt auch noch 20k€ an das Finanzamt dafür bezahlen.

5. Das steuerliche Minenfeld der verschiedenen Produkte

Termingeschäfte kommen in vielen verschiedenen Formen daher, und die steuerliche Behandlung kann stark variieren. Optionsscheine und Zertifikate zum Beispiel fallen nicht in die gleiche Kategorie wie andere Termingeschäfte und müssen gesondert betrachtet werden. Hinzu kommt, dass Werbungskosten im Bereich der Kapitaleinkünfte nicht abzugsfähig sind, was die Sache weiter kompliziert macht.

Fazit

Das steuerliche Risiko bei Termingeschäften im Krypto-Bereich ist enorm und sollte nicht unterschätzt werden. Gerade für langfristige und große Positionen kann dies zu erheblichen steuerlichen Belastungen führen. Daher ist es wichtig, sich vorab gut zu informieren und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade in unserer täglichen Arbeit bei Pekuna sehen wir sehr viele Personen, denen diese Auswirkungen nicht bewusst sind. Bleiben Sie daher aufmerksam und teilen Sie diese Informationen mit Freunden und Bekannten, die sich ebenfalls in diesem Bereich bewegen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass niemand in diese steuerliche Falle tappt.

30. Oktober 2023Comments are off for this post.

Nouns DAO Fork & das deutsche Steuerrecht: Was Sie wissen müssen!

Kryptowährungen, DAOs und NFTs sind Begriffe, die heutzutage in aller Munde sind. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick auf einen besonderen Fall, den Fork von Nouns DAO, und wie dieser sich im Kontext des deutschen Steuerrechts verhält.

1. Was ist Nouns DAO?

Nouns DAO dürfte vielen in der Krypto-Community ein Begriff sein. Die Organisation hat sich darauf spezialisiert, jeden Tag ein neues NFT zu kreieren und zu versteigern. Bei Preisspitzen von über 200 Ether  für ein NFT kann man sich leicht die Popularität und den finanziellen Umsatz vorstellen.

2. Herausforderungen bei Nouns DAO

Obwohl Nouns DAO lange Zeit im Rampenlicht stand, kam es zu Schwierigkeiten. Der Preis ihrer NFTs fiel, was zu Spannungen innerhalb der Gemeinschaft führte. Dies führte vor allem bei Mitgliedern, die zu Höchstpreisen gekauft hatten, zu Unmut.

3. Der besondere Fall des Forks

Während in der Kryptowelt ein "Fork" meist eine Aufspaltung der Blockchain bedeutet, war es bei Nouns DAO anders. Hier spaltete sich die Gemeinschaft, nicht die Blockchain. Dies bringt besondere steuerliche Herausforderungen mit sich, da traditionelle Steuermodelle nicht direkt anwendbar sind.

4. Steuerliche Überlegungen zum Nouns DAO Fork

Beim Nouns DAO Fork wurden keine Assets dupliziert. Mitglieder mussten entscheiden, welcher Gruppe sie angehören wollten und ihre NFTs entsprechend tauschen. Aus unserer Sicht handelt es sich hierbei nicht um einen steuerpflichtigen Vorgang, da lediglich eine Neuzuordnung des gleichen NFTs stattfand.

Schlusswort

Der Handel von Kryptowährungen und anderen digitalen Assets ist dynamisch und komplex. Es ist von entscheidender Bedeutung, stets informiert zu bleiben, insbesondere wenn es um steuerliche Aspekte geht. Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen? Teilen Sie uns Ihre Gedanken mit! Danke für Ihre Zeit und bis bald!

6. September 2023Comments are off for this post.

Staking von Staked Eth: Ein Blick in die Zukunft von DeFi

Das "Staking von Staked Eth" mag sich zuerst ungewöhnlich anhören, ist aber definitiv wert, genauer betrachtet zu werden. Diesen Artikel möchten wir diesem neuartigen Phänomen widmen, wie es überhaupt dazu kam und was steuerlich zu beachten ist.

Was ist EigenLayer?

EigenLayer ist ein neues DeFi-Protokoll, das erst am 22.08. diesen Jahres gestartet ist. Trotz seiner Neuheit hat es bereits mehrere hundert Millionen in Total Value Locked (TVL) angezogen. Aber warum?

Liquid Staking

Zunächst ein Blick auf das Liquid Staking: Hier beteiligt man sich nicht direkt an der Blockbildung, sondern nutzt einen liquiden Staking Token. Man hinterlegt Ethereum-Token bei einem Anbieter wie Lido oder Rocket Pool und erhält im Gegenzug z.B. stETH oder rETH. Diese Token sind liquide, das heißt, man kann mit ihnen handeln, sie verschieben oder verkaufen, gleichzeitig generieren sie aber Erträge.

Wie passt EigenLayer ins Bild?

EigenLayer ermöglicht das sogenannte "Restaking". Das bedeutet, man kann bereits gestakte Assets erneut staken. Dies ist insbesondere bei Lido mit stETH möglich. Innerhalb weniger Stunden nach dem Start wurden rund 250 Millionen USD in das Protokoll eingezahlt. Dies zeigt das immense Potenzial und Interesse an dieser Art von Staking.

Die steuerlichen Aspekte

In Bezug auf die Besteuerung ist zu beachten, dass das Staking in Deutschland in zwei Kategorien unterteilt wird: private Vermögensverwaltung und gewerbliches Staking (Forging). Die Staking Rewards aus dem Liquid Staking und von EigenLayer gelten als sonstige Einkünfte. Wichtig ist jedoch der Zeitpunkt des Zuflusses, der je nach Protokoll variieren kann, bereits steuerpflichtig ist und daher gerade bei fallenden Kursen ein steuerliches Risiko besteht.

Ein Wort der Vorsicht

Bei aller Begeisterung sollte man jedoch auch die potenziellen Risiken nicht außer Acht lassen. Wenn man den Prozess des Stakings immer weiter fortführt, könnte dies langfristig zu Instabilitäten im System führen, ähnlich wie im traditionellen Bankensystem mit dem Fractional Reserve Banking.

Fazit

EigenLayer stellt eine spannende Innovation im DeFi-Sektor dar. Es ermöglicht nicht nur höhere Renditen durch Restaking, sondern zeigt auch, wie verschiedene DeFi-Protokolle miteinander interagieren können. Wie immer sollte man jedoch vorsichtig sein und sich der potenziellen Risiken sowie seiner steuerlichen Pflichten bewusst sein.

31. August 2023Comments are off for this post.

Neue Hype-Plattform friend.tech und was steuerlich dabei zu beachten ist.

Wir haben uns friend.tech genauer angeschaut, insbesondere die steuerlichen Auswirkungen dieser neuen Social Media Plattform. Friend.tech wird derzeit in den USA stark gehypt und gewinnt zunehmend an Beliebtheit in Deutschland und Europa. Die Plattform ist noch sehr neu, existiert erst seit wenigen Wochen und basiert auf Blockchain-Technologie. Dies macht sie besonders interessant für unsere Blockchain Analysten  bei Pekuna.

Was kann man auf friend.tech machen?

Auf friend.tech können Nutzer Anteile von sich selbst verkaufen und Anteile von anderen kaufen. Das Ganze ist über die Twitter-App integriert, sodass alles über den Twitter-Handle funktioniert. Der Verkauf von Anteilen ermöglicht den Käufern einen Chatzugang - das ist die Basisfunktion. Einige Creator haben angekündigt, ihre Affiliate-Marketing-Einnahmen unter den Anteilskäufern aufzuteilen, sodass auch Gewinnausschüttungen möglich sind. Dies macht die App besonders bei Influencern beliebt, da es ihnen ermöglicht, zusätzliche Einnahmen zu generieren. Der Preis für einen Anteil kann nicht selbst bestimmt werden, sondern steigt mit der Anzahl der verkauften Anteile exponentiell an. Das bedeutet, dass der erste Anteil relativ günstig ist, der nächste jedoch doppelt so teuer und der darauf folgende wiederum doppelt so teuer ist, und so weiter.

Die App ist derzeit sehr exklusiv und gehypt, da sie nur durch Einladung zugänglich ist und sehr wenig über das Team hinter der App bekannt ist. Dieses Mysterium macht die App besonders spannend.

Blockchain-Aspekt

Friend.tech basiert auf der neuen Base Blockchain von Coinbase, die ebenfalls erst seit wenigen Wochen existiert. Diese Blockchain ermöglicht niedrigere Transaktionsgebühren und damit günstige Micro-Transaktionen. Das Ganze wird in Ethereum gehandelt, genauer gesagt in Ethereum auf der Base Chain.

Es wird berichtet, dass ein AirDrop für friend.tech geplant ist, aber bislang wurden keine weiteren Informationen diesbezüglich erhalten. Es gibt noch viele Buttons in der App, die derzeit keine Funktion haben, was Fragen zur tatsächlichen Natur des AirDrops aufwirft.

Einrichtung und Verwaltung

Das Einrichten von friend.tech ist relativ aufwendig. Es ist notwendig, einen Einladungscode zu erhalten, Ethereum einzuzahlen, ein neues Wallet zu erstellen und das Ethereum auf die Base Blockchain zu übertragen. Dieser Prozess ist mit anfänglichen Kosten verbunden. Außerdem müssen die Nutzer die Kontrolle über ihre Coins an friend.tech abgeben, da die Wallet von der Plattform generiert und verwaltet wird.

Steuerliche Aspekte

Wenn es um Einnahmen geht, müssen auch die steuerlichen Aspekte berücksichtigt werden. Es ist wichtig, die steuerlichen Auswirkungen von Transaktionen auf friend.tech zu berücksichtigen. Das Bridging von Assets auf die Base Blockchain ist steuerlich neutral, da es sich nur um eine technische Umstellung handelt. Jedoch ist der erste Kauf auf der Plattform ein privates Veräußerungsgeschäft, das steuerpflichtig sein könnte. Jede Transaktion, bei der Anteile gekauft werden, stellt ein steuerpflichtiges Ereignis dar. Es könnte also sinnvoll sein, die gesamten eingezahlten Beträge als Anfangsausgaben zu betrachten und die steuerliche Realisierung gleich zu Beginn zu akzeptieren.

Der Verkauf eigener Anteile sollte als sonstige Einnahmen betrachtet werden und ist daher mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, kann im großen Stil jedoch auch gewerblich sein oder Teil einer anderen gewerblichen Tätigkeit. Ausschüttungen von Influencern, die diese angekündigt haben, sind ebenfalls steuerpflichtig und sollten als sonstige Einnahmen betrachtet werden.

Fazit

Friend.tech ist eine spannende neue Plattform mit interessanten Möglichkeiten für Influencer und andere Nutzer. Jedoch bringt sie auch steuerliche Herausforderungen mit sich, die sorgfältig berücksichtigt werden müssen. Der geplante AirDrop und andere noch nicht aktivierte Funktionen der App werfen zusätzliche Fragen auf, die in Zukunft geklärt werden müssen.

24. August 2023Comments are off for this post.

Steuerliche Aspekte des Staking von Kryptowährungen

Viele haben uns nach der steuerlichen Handhabung beim Staking von Kryptowährungen gefragt. Wir wollen uns in diesem Artikel ausschließlich mit dem Staking der privaten Vermögensverwaltung beschäftigen, also Staking auf der Exchange oder mit einem Anbieter oder auch Defi-Staking und nicht mit dem Betreiben einer eigenen Staking Node, dies ist anders zu besteuern. Das Thema ist recht komplex, es folgt ein vereinfachter Überblick darüber, wie es in vielen Steuerrechtsgebieten gehandhabt wird.

Grundlagen des Staking:

Beim Staking hinterlegt man seine Kryptowährungen in einem Smart Contract, um Belohnungen, sogenannte Staking Rewards, zu erhalten. Nehmen wir als Beispiel Ethereum (ETH) – obwohl die Erklärung für alle Kryptowährungen gilt.

  • Transfer in den Staking Contract: Wenn Sie ETH in einen Staking Contract verschieben, handelt es sich dabei nicht um ein steuerpflichtiges Ereignis. Es ist so, als würde man die ETH einfach von einem Wallet zum anderen übertragen. Es ist wichtig, die genaue Reihenfolge der Bewegungen (first-in-first-out) zu beachten.
  • Erhalt von Staking Rewards: Diese Belohnungen werden in dem Moment besteuert, in dem sie Ihnen zugeschrieben werden – zum aktuellen Marktwert. Je nach Blockchain können die Belohnungen in sehr kurzen Zeitabständen oder in längeren Abständen (z.B. täglich) ausgezahlt werden. Es könnte sinnvoll sein, tägliche Summen für die Steuerberechnung zu verwenden, insbesondere wenn die Auszahlungen sehr häufig sind.

Verkauf von Staking Rewards:

Das Hauptanliegen hier ist, was passiert, wenn man diese Staking Rewards später verkauft und warum es so riskant ist, wenn man dabei einen Verlust erleidet.

  • Innerhalb der Einjahresfrist: Falls Sie die Rewards innerhalb eines Jahres nach dem Erhalt verkaufen und dabei einen Verlust erleiden, müssen Sie beachten: Sie müssen den ursprünglichen Wert der Rewards als "sonstige Einkünfte" versteuern. Der Verlust aus dem Verkauf wird jedoch in einem anderen "steuerlichen Topf" berücksichtigt, nämlich bei den privaten Veräußerungsgeschäften. Sie können diesen Verlust nur dann steuerlich absetzen, wenn Sie auch Gewinne aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften haben und nicht direkt mit den steuerpflichtigen Einnahmen des Staking verrechnen.
  • Außerhalb der Einjahresfrist: Falls Sie die Rewards nach mehr als einem Jahr verkaufen, sind jegliche Gewinne steuerfrei. Das bedeutet aber auch, dass Sie Verluste steuerlich nicht mehr geltend machen können und sie damit auf der eventuell sehr hohen Steuer sitzen bleiben. Nicht selten kommt es vor, dass die Steuer für die Staking Rewards höher ist als der Restwert der damals erhaltenen Coins.

Risiken und Überlegungen:

Staking kann steuerliche Risiken bergen. Zum Beispiel könnten die Staking Rewards an Wert verlieren, nachdem Sie sie bereits als Einkommen versteuert haben. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten Staking Rewards im Wert von 1.000 Euro, aber bis zum Zeitpunkt des Verkaufs sind sie nur noch 200 Euro wert. Sie müssen trotzdem Steuern auf den vollen Betrag von 1.000 Euro zahlen.

In einem Bärenmarkt könnten einige Kryptowährungen sogar um 90-97% an Wert verlieren, was bedeutet, dass der tatsächliche Wert der Rewards weit unter dem steuerpflichtigen Betrag liegen könnte.

Es ist daher wichtig, die steuerlichen Aspekte des Staking zu berücksichtigen und sich ggf. von einem Fachmann beraten zu lassen.